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Kultur für alle!

vom 07.02.2012

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"'Die Politikerinnen und Politiker der SPD wollen, dass alle Menschen überall mitmachen können. Sie wollen Kultur für alle.' Dieser Satz ist in sogenannter leichter Sprache formuliert und steht in der Übersetzung des SPD-Antrags "Kultur für alle! - für einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderung zu Kultur, Information und Kommunikation" in Leichte Sprache. Der Antrag hat das Ziel, die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) für den Bereich Kultur und Medien umzusetzen  und ist verfügbar unter:

http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,15641,00.pdf.

Die SPD hat ihren Antrag in Leichte Sprache übersetzen lassen, damit ihn möglichst alle verstehen können  -  besonders diejenigen, für welche der Antrag Verbesserungen bringen soll. Dazu zählen auch Menschen mit Lern- oder Konzentrationsschwierigkeiten, mit Altersdemenz oder Menschen, die die deutsche Sprache erst erlernen. Unser Ziel ist es, auf diese Weise Politik den Menschen nahezubringen, die sonst nicht den Zugang zu den Debatten und Entscheidungen des Bundestages haben oder die Sprache der Politik zu kompliziert finden. Die SPD-Bundestagsfraktion bringt damit als erste Fraktion überhaupt einen Antrag im Bundestag ein, der in Leichter Sprache verfasst ist. Leichte Sprache besteht aus kurzen, einfachen Sätzen mit kurzen Wörtern. Der Text ist in einer bestimmten Schriftgröße verfasst und enthält viele Erklärungen. Bilder unterstützen das Verstehen des Textes.


Menschen mit Behinderungen interessieren sich ebenfalls für Politik. Wir dürfen sie nicht ausschließen. Gerade deshalb ist es wichtig, die Beschlüsse des Bundestages, die sie betreffen, auch verständlich zu formulieren. Erst dadurch werden sie zugänglich. Das verstehe ich unter echter Barrierefreiheit.

Die UN-Behindertenrechtskonvention anerkennt, dass für Menschen mit Behinderung ein voller Zugang zur kulturellen Umwelt wichtig ist, 'damit sie alle Menschenrechte und Grundfreiheiten voll genießen können'. Der Antrag 'Kultur für alle - für einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderung zu Kultur, Information und Kommunikation' fordert verbindliche Regeln zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich Kultur und Medien. Er fordert, Kultur- und Freizeitangebote barrierefrei zu gestalten, bei Ausschreibungen des Bundes die Barrierefreiheit verpflichtend zu berücksichtigen, die Denkmalförderung des Bundes möglichst an barrierefreie Zugänge zu knüpfen oder Filme nur dann zu fördern, wenn wenigstens eine Endfassung des Films mit deutscher Audiodeskription oder deutschen Untertiteln vorliegen wird.

Es geht dabei um barrierefreie Zugänge zu Kultur-, Medien- und Informationsangeboten, aber auch um die aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderungen als Künstlerinnen und Künstler. Der Antrag ist im Rahmen der Begleitarbeit zur Umsetzung der UN-BRK in der SPD-Fraktion erarbeitet worden. Menschen mit Behinderung und ihre Verbände sind daran beteiligt worden.

Die Sprecherin der Begleitgruppe der SPD zur Umsetzung der UN-BRK, Silvia Schmidt, und die für Kultur und Medien zuständige Berichterstatterin Ulla Schmidt fordern die Bundesregierung auf, die UN-Behindertenrechtskonvention zügig umzusetzen und sich nicht länger auf unbestimmte Absichtserklärungen zu beschränken. Der Antrag der SPD-Bundestagfraktion legt dazu konkrete und verbindliche Forderungen vor. Beide Politikerinnen betrachten die Übersetzung ihres Antrags in Leichte Sprache als Pilotprojekt und würden es begrüßen, wenn sich der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend darauf einigt, in Zukunft barrierefreie Zugänge zu den wesentlichen Entscheidungen und Debatten des Deutschen Bundestages bereitzustellen."

Silvia Schmidt, MdB
Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag